Bahnlatschen - Stillgelegte Eisenbahnstrecken - bahnlatschen.de

1940 Jerxheim - Börßum (KBS 236)

Rubrik:Niedersachsen, Mehrtagestour
Start:Jerxheim
Länge:22,00 km
Dauer:zwei Tage
Schwierigkeit:Keine Gastronomie in Börßum und Jerxheim! Lediglich Mattierzoll bietet Imbiss mit unklaren Öffnungszeiten am ehemaligen Bahnhof. Selbstversorgung anzuraten.
Anfahrt:Regionalzüge nach Börßum aus Richtung Braunschweig, Goslar/Bad Harzburg. Busse der Linie 710 aus Wolfenbüttel zur Haltestelle "Bahnhof Hedeper" (nicht zum Ort Hedeper).

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Informationen zur Tour

38 Kilometer langen Abschnitt der einstigen zweigleisigen Hauptbahn Ostwestfalen/Weserbergland - Magdeburg

Stellwerk Jerxheim (Westseite) - Innenansicht (05.04.2007)

Die Strecke Börßum – Jerxheim ist lediglich ein kleines Teilstück der einst bedeutsamen Magistrale aus Ostwestfalen/ dem Weserbergland in Richtung Magdeburg und wurde als letzter Abschnitt am 1. Mai 1868 eröffnet. Vom Westen her bestand seit 1858 von Kreiensen über Salzgitter Anschluss nach Börßum, dort konnten Reisende in die Züge der bereits 1840 eröffneten Strecke der Braunschweigischen Staatsbahn umsteigen. Von Braunschweig aus betrieb man seit 1843 Verkehre über Wolfenbüttel und Jerxheim nach Magdeburg. Jerxheim erlangte später mit weiteren Linien nach Halberstadt und Helmstedt eine wichtige Bedeutung als größerer Bahnknotenpunkt – gelegen abseits jeglicher nennenswerter Bebauung.
Die Linie aus Ostwestfalen über das Weserbergland, Börßum und Jerxheim in Richtung Ostdeutschland entwickelte sich vor allem im Güterverkehr zur bedeutsamen Konkurrenz zur heute noch genutzten Ost-West-Achse über Hannover, Braunschweig und Helmstedt; ein durchgehend zweigleisiger Ausbau war die natürliche Folge. Auch nahmen zahlreiche Schnellzüge ihren Laufweg über Börßum – Jerxheim, so beispielsweise 1939 der D 177 Baden Baden – Berlin oder D 273 Frankfurt (M) – Berlin.
Die innerdeutsche Grenze zerschnitt die Hauptstrecke bei Jerxheim, ein durchgehender Zugverkehr konnte nie mehr aufgenommen werden. Jerxheim mit seinen umfangreichen Bahnanlagen wurde durch die Geschichte in eine extreme geografische Randlage katapultiert. Das zweite Streckengleis Börßum – Jerxheim verschwand bald nach dem 2. Weltkrieg, der Personenverkehr hielt sich dank Zonengrenzlandförderung bis zum 1. Januar 1976. Danach fuhren bis Anfang der neunziger Jahre lediglich Übergabe-Züge von Börßum nach Mattierzoll, wo sich einst weitere Nebenbahnen nach Braunschweig und Heudeber-Danstedt verzweigten. Der letzte Güterzug befuhr die Reststrecke Anfang der neunziger Jahre; heute sind sämtliche Gleise verschwunden. Die vielen Bahnhofs- und Gütergleise in Jerxheim wurden noch bis in die siebziger Jahren zum Abstellen von Waggons genutzt bis Anfang der achtziger Jahre das gesamte Areal bis auf das Durchfahrgleis der Linie Braunschweig - Helmstedt abgeräumt wurde. Der Schienenpersonennahverkehr endete auf jener Linie zwischen Schöppenstedt und Helmstedt dank eines Braunkohle-Tagebaus bei Schöningen zum Fahrplanwechsel 2007/08; seither ist der einst wichtige Knoten Jerxheim „bahnfrei“.

Gelatscht:
2007(Jerxheim - Hedeper), 02.06.2007 (Hedeper - Börßum)

Verfüllte Brücke nahe Jerxheim, Bahnhof (05.04.2007).

Bahntrasse nahe Jerxheim (05.04.2007).

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